Norwegens Süden bis zur Atlantikstraße - eine Motorradreise zwischen Fjell und Fjorden
Nach vielen Jahren Urlaub in Norwegen habe ich recht viel vom Land gesehen. Diese Tour ist ist dann mit der Frage entstanden: Was davon willst du Deinem Kumpel unbedingt vom Land zeigen, wenn er zum ersten Mal nach Norwegen kommt und wir aber nur 10 oder 11 Tage Zeit dafür haben? Ich hab das Ergebnis hier mal online gestellt. Es ist textlich länger geworden, als ich eigentlich wollte, dafür aber jetzt eine wirklich schöne Tour zum Nachfahren, die ganz nach persönlichen Vorlieben erweitert und angepasst werden kann. Ich hoffe es hilft dir bei der Planung deiner Motorradreise!
Der Fokus dieser Tour liegt eher auf Natur und Motorrad-Fahrspaß, als auf Städtebummeleien. Man kann die Schwerpunkte aber natürlich ganz nach seinen persönlichen Vorlieben anpassen und weitere schöne Städte mit einbinden.
Beste Reisezeit für Biker
Die spektakulärsten Passstraßen sind im Winter geschlossen und werden erst gegen Mitte Mai von den Schneemassen befreit. Vorher zu fahren würde bedeuten, diese Strecken auslassen zu müssen. Das wäre keine gute Idee.
Straßenverhältnisse
sind in Norwegen ausgesprochen gut. Selbst kleine Nebenstraßen sind meist gut gewartet und wunderbar zu fahren. Beachte: Die hier dargestellte Tour schließt auch nicht asphaltierte Pisten mit ein, die Landschaft dort wird dich reichlich entschädigen. Grundsätzlich darfst du auf den Landstraßen nur max. 80 km/h fahren. Blitzer gibt es meist stationär und lange im Voraus angekündigt. Sehr selten wird auch unangekündigt gelasert. Wenn es dich da erwischt wird es jedoch richtig teuer. Mach also lieber halblang und entspannt, passt auch besser zum Land.
Anreise mit dem Motorrad
Die vorgeschlagene Route beginnt und endet bei Strömstad in Schweden, da hier am Ende der Tour die Runde mit der Fähre aus Sandefjord über den Oslofjord geschlossen wird. Wie du am besten hinkommst, hängt natürlich davon ab, wo du wohnst. Fährverbindungen gibt es so einige: Rostock → Trelleborg, die „Vogelfluglinie“ über Dänemark auf Wunsch mit der Öresundbrücke oder auch Kiel → Oslo u.a.m. Eine gute und zeitsparende Idee ist es immer, eine Nachtfähre mit Kabine zu nehmen.
Übernachtung
Hotels sind immer relativ teuer. Aber auf nahezu jedem Campingplatz - und davon gibt es ausgesprochen viele in Norwegen - kann man auch Hütten mieten. Diese gibt es in allen Preis- und Ausstattungsklassen - von der spartanischen Mini-Hütte bis hin zum Blockhaus mit allen Schikanen. Wir sind auch immer gut ohne Reservierungen zurechtgekommen, so dass wir nicht groß vorplanen mussten und spontan entscheiden konnten. Zelten ist natürlich auch super, denn Dank uraltem norwegischem „Jedermannsrecht“ zum Leben im Freien kann man dies fast überall unter Beachtung einiger Regeln für 1-2 Nächte tun.
Wetter
Nun ja, mit Regen - auch stunden- oder tagelang - muss man grundsätzlich klarkommen können und entsprechend vorbereitet sein. Wenn es ganz dick kommt, kauft man sich eine norwegische Tageszeitung und fährt einfach dahin, wo die Sonnensymbole auf der Landeskarte im Wetterbericht sind. Dann hast du auch gleich Papier, um die nassen Stiefel trocken zu kriegen ;)
Zeitplan / GPX-Tracks
Die Aufteilung der Tracks ist in der Vorplanung absolut willkürlich erfolgt. Das sollen keine Tagesetappen sein! Die Tagesziele und Übernachtungen ergeben sich bei uns immer nach Lust und Laune unterwegs - teile den Tourplan also auf, wie du magst. Diese Motorradreise ist ab Deutschland notfalls auch in 10 Tagen zu machen. 14 Tage oder noch mehr Zeit ist wäre natürlich schön und würde dann auch fahrfreie Tage, Zeit für längere Wanderungen oder Stadtbesuche (z.B. Bergen und Ålesund) oder Raum für andere tolle Erweiterungen bringen.
Norwegen Motorradreise - Roadmap Track 1
- Der Routenvorschlag beginnt und endet bei Strömstad in Schweden, da hier am Ende der Tour die Fähre aus Sandefjord über den Oslofjord ankommt.
- Aktivitäten in Oslo: ganz nach Wunsch. Hat ja jeder andere Vorstellungen, gehe ich nicht weiter drauf ein.
- Ab Oslo nordwärts bis Fagernes, anstatt E16 auf der 245 den Randsfjord entlang.
- Ab Fagernes die Fv51 quer durch den Jotunheimen Nationalpark.
- Ridderspranget (dt. Rittersprung): eine durch die Sjoa gebildete Klamm, lohnender Pausenplatz. → Google Maps
- Dombas: Bäcker, Andenkenläden, Versorgung, Touri-Klimbim...
- Tipp an der E6 hinter Dombås: Viewpoint Snøhetta im Dovrefjell; mit etwas Glück Moschusochsen. Vom Parkplatz sind es noch ca. 20 Minuten zu Fuß. → Maps
Track 2
- Aursjøvegen / Eikesdalsvegen: Tolle Rundkurs-Erweiterung ab Sunndalsøra (Maut) und für mich eine der schönsten Nebenstraßen Norwegens. Großartige Panoramen warten dort auf dich. Unbedingt auch die Wanderung zum höchsten Wasserfall Nordeuropas, dem 655 m Wasserfall Mardalsfossen, einplanen. Die Straße ist über weite Strecken nicht asphaltiert, jedoch ist die feste Schotterpiste auch mit normalen Straßenreifen und etwas Zurückhaltung problemlos fahrbar, solange es trocken ist. Ja, man könnte man diese Runde auch weglassen - solltest du aber ganz sicher nicht! → Maps
- Meierei Tingvollost: Den Tipp habe ich in einem TV-Bericht aufgeschnappt. Hier soll es den besten Käse Norwegens geben, laut eigener Homepage sogar einen „World Champion“. Leider hatten wir Pech: Als wir ankamen, war die Meierei bereits geschlossen. → Maps
- Kristiansund: Hafenstadt auf vier Inseln, bekannt für Klippfisch und als nördlicher Ausgangspunkt der Atlantikstraße.
- **Atlantikstraße (Atlanterhavsveien, Atlantic Ocean Road): ein ca. 8 km langer Abschnitt der Fv64, der sich spektakulär über mehrere Brücken von Insel zu Insel schwingt. Romantiker kommen zum Sonnenuntergang. Die Atlantikstraße wurde schon zum „besten Roadtrip der Welt“ und zum „norwegischen Bauwerk des Jahrhunderts“ gekürt. Superlative sind ja immer so eine Sache, wenn es so viel Schönes in der Welt zu entdecken gibt. Aber rechne auf jeden Fall damit, dass du mehrfach hin und her fahren möchtest. ;) → Maps
- ? Abstecher nach Molde
- Rampestreken: spektakuläre Aussichtplattform mit super Blick auf Åndalsnes, nicht vorbeifahren! → Maps
- Ab Åndalsnes immer südwärts auf der Traumstraße Fv63.
- Trollstigen: Berühmte Passtraße bzw. Serpentinen-Strecke mit 11 Kurven, 12% Steigung und 400 höhenmetern ist ein wirklich lohnendes Erlebnis! Im Sommer aber auch sehr überlaufen und mit Bussen und Wohnmobilen regelrecht verstopft. Wenn du Fahrspaß möchtest, kommst du am besten gaaaaaanz früh! → Maps
- Gudbrandsjuvet: Schlucht mit Aussichtsplattform und Café - ein weiterer schöner Ort für eine Kaffeepause. → Maps
Track 3
- Adlerstraße: 11 Kurven, 10% Steigung und der Aussichtspunkt Ørnesvingen über dem Geirangerfjord. → Maps
- Geiranger am berühmten Geirangerfjord ist UNESCO-Weltnaturerbe und wirklich sehr touristisch. Insbesondere wenn Kreuzfahrtschiffe am Anleger liegen, ist man in dem kleinen Örtchen wohl eher genervt und zieht besser weiter. Andererseits ist eine Bootsfahrt durch den Geirangerfjord - man muss kein Ausflugsboot buchen, sondern kann auch einfach die normale Fähre nach Hellesylt und wieder zurück nehmen - auch ein tolles Erlebnis.
- Flydalsjuvet: sehr schöner Aussichtspunkt über dem Geiranger-Fjord. → Maps
- Dalsnibba: 1476 m hoher Berggipfel mit Panoramablick ins Geirangertal, Geiranger Skywalk → Maps
- Tipp bei schönem Wetter: Anstatt am Ende der Fv63 auf der Fv15 durch die Tunnel zu fahren, nimm einen kleinen Umweg über das Strynefjell auf der Passstraße Gamle Strynefjellvegen (Fv258) in Kauf. Die alte Straße aus der Zeit vor den Tunneln ist zwar eine Schotterpiste, aber Aussichten, Natur und Landschaft werden dich reichlich für deine Mühen entschädigen. → Maps
- ? Loen Skylift in Loen: eine der steilsten Seilbahnen der Welt, 5 Minuten vom Fjord auf den Berg Hoven (1011 m). → Maps
- Tipp bei Olden: Abzweigung zur Fv724 für einen Abstecher zum Briksdalsbreen-Gletscher - einem der bekanntesten Gletscherarme des Jostedalsbreen-Nationalparks. Ausgebauter Wanderweg, ca. 1–1,5 Std. vom Parkplatz zum Gletscher; man kann sich auch kutschieren lassen. → Maps
- Die Fv13 führt dich über das großartige Gaularfjell mit Aussichtspunkt "Gaularfjellet Utsikten" und anschließender Serpentinenstraße ins Tal Richtung Balestrand. → Maps
- Pause am Likholefossen → Maps
- Unterkunftstipp vor dem Gaularfjell: Mach ich ja eigentlich nicht. Man soll sich ja treiben lassen und die Tour nicht von Unterkünften bestimmen lassen. Aber die urigen Hütten vom Hov Hyttegrend sind schon was Besonderes. Ottar Hov hat früher sogar Weihnachtskarten an seine Gäste verschickt. → Maps. Wandertipp: Die Wanderung Fossestien dort ist wirklich schön, du kannst direkt von Hov Hyttegrend aus starten. → www.visitnorway.de
Track 4
- Ab Fähre Hella-Draksvik, weiter auf Fv55 nach Sogndalsfjøra.
- Umweg über den Tindevegen: Wenn du wenig Zeit hast oder das Wetter schlecht ist, kannst du ab Sogndalsfjøra über die Fv5 und Kaupanger direkt nach Lærdalsøyri fahren. Ansonsten lohnt sich der Umweg über den Tindevegen – folge dafür dieser Route:
- In Sogndalsfjøra bleibst du auf der Fv55.
- Tipp in Gaupne: Abstecher zum Gletscher Nigardsbreen → Maps
- Tipp in Ornes auf der anderen Fjordseite: Urnes Stabkirche um 1100, älteste der Welt, UNESCO-Erbe
- Ab Skjolden folgst du zunächst dem Sognefjellsvegen. In Turtagrø biegst du dann nach Süden auf den privaten, mautpflichtigen Tindevegen Richtung Øvre Årdal ab. Die Passstraße bietet großartige Ausblicke auf die Gipfel des Jotunheimen („Heim der Riesen“), des höchsten Gebirges Skandinaviens. → Maps
- Ab Øvre Årdal kommst du über die Fv53 und die Fv5 nach Lærdalsøyri und du bist wieder auf der ursprünglichen Route.
- Stabkirche Kaupanger: vollständig aus Kiefernholz, weitgehend ohne eiserne Nägel, fast 900 Jahre alt. → Maps
- Zwischen Lærdalsøyri und Aurlandsvangen erwartet Dich auf der E16 der Lærdalstunnel, welcher mit 24,5 km der längste Straßentunnel der Welt ist. Sofern es nicht derartig schifft, dass du den Hals gestrichen voll hast, nimmst du selbstverständlich die Tunnelumfahrung auf der Fv243 - also den auch „Schneestraße“ genannten Aurlandsvegen über das Aurlandsfjell. Tolle Aussichten, Schnee bis in den Sommer hinein, die spektakuläre Aussichtsplattform Stegastein mit Blick auf den Aurlandsfjord und purer Motorrad-Fahrspaß. Fahr bloß nicht durch den Tunnel! → Maps
- **Flåmsbana: **Die Fahrt mit der eingleisigen Gebirgsbahn ist zwar ein echter Touristenmagnet, aber wegen der schönen Strecke durch die Berge auch ein Erlebnis.
- Der 11,5 km lange Gudvangatunnelen ist unvermeidbar.
- ? Paddeltour auf dem Nærøyfjord: Der Fjord gehört neben dem Geirangefjord zum UNESCO-Weltnaturerbe, Boote und sonstige Ausrüstung können am Startpunkt in Gudvangen geliehen werden; auch geführte Touren. → Infos auf Kardankumpel.de
- Serpentinen der Stahlheimskleiva:: kleiner Abstecher über eine der steilsten Straßen Nordeuropas. 13 Haarnadelkurven führen zum Stalheim Hotel hinauf, Ausblick auf die Wasserfälle... → Maps
- Auf der Fv13 Hardangervegen ab Vossvangen immer weiter Richtung Süden.
- Tunsbergtunnelen 4 km: Ohne Zeitdruck nimmst du aber auf jeden Fall die schöne Tunnelumfahrung mit Wasserfall Skjerfossen über die alte Straße. Geh auf dem Parkplatz am Wasserfall unbedingt mal aufs Klo, eine kleine Überraschung wartet! → Maps
- Vallaviktunnelen 7,5 km: einer der außergewöhnlichsten Straßentunnel Norwegens – vor allem wegen seines intensiv blau beleuchteten Kreisverkehrs mitten im Berg. Ein Seitenarm führt direkt zur Hardangerbrücke, das ist dein Weg.
- Bleib auf der 13 über die Hardanger Brücke und weiter entlang des Sørfjords. Einmal mehr eine traumhaft schöne Gegend, du bist im Obstanbaugebiet von Hardanger. Unbedingt auch die großen Pflaumen probieren, wenn die Zeit dafür reif ist! Es stehen dann kleine Obststände mit Kasse des Vertrauens an der Straße.
- Wanderung zur Trolltunga: Guck dir mal Fotos dazu an. Ein unglaubliches Panorama, aber auch kein einfacher Spaziergang. Es gibt mehrere Routen, die kürzeste beginnt am Ausgangspunkt Mågelitopp (Abzweig in Tyssedal) aber auch dann sind es hin und zurück noch 20 km bzw. je nach Kondition 7 bis 10 Stunden. → Maps
- Låtefossen: beeindruckender 165 m Zwillingswasserfall direkt an der Straße hinter Odda. → Maps
- Røldalstunnelen 5 km: Du entscheidest dich natürlich für die Tunnelumfahrung über das Røldalsfjellet! → Maps
- Stabkirche Røldal: gehört zu den am besten erhaltenen und historisch bedeutendsten Stabkirchen Norwegens. Gebaut vermutlich zwischen 1200 und 1250, wichtiges Pilgerziel im Mittelater (ein kleiner Abstecher von der Route). → Maps
- Die Route führt weiter über die Fv520 Richtung Sauda - eine für Gespanne gesperrte Nebenstraße und Motorradstrecke zum Dahinschmelzen!
- Tipp kurz hinter Jørpeland: Abzweig zur Preikestolen fjellstue, dem Startpunkt der Wanderung zum Preikestolen → Maps. Der Preikestolen ist eine Felskanzel in 600 m Höhe, die dir eine phantastische Aussicht auf den Lysefjord bietet. Hin und zurück sind es etwa 8 km und einige Etappen sind recht steil und anstrengend. Insgesamt aber ist das eine Wanderung, die für die meisten kein Problem sein sollte. Ganz entspannt plane mal ca. 4 Stunden ein, im „Sportmodus“ ist man auch in einer Stunde oben. Beachte: Der Preikestolen ist Touri-Magnet und gerade bei schönem Wetter... naja... mehr als gut besucht. Wenn du kannst, starte vor allen anderen in aller Frühe, spät abends oder einfach bei Schlechtwetter. Der Nachteil der Schlechtwetter-Idee ist natürlich, dass dein Erinnerungsfoto dann → so aussieht ;)
Zwischen Track 4 und 5 - Fährfahrt durch den Lysefjord
- Fährfahrt durch den Lysefjord von Forsand nach Lysebotn, den Preikestolen siehst du diesmal also von unten. Für Fahrzeuge ist nicht allzu viel Platz auf der Fähre, Tickets kann man auch vorher online kaufen.
Norwegen Track 5
- In Lysebotn angekommen, wirst du dann gleich 2 bis 2.475 Mal die 27 Lysevegen-Serpentinen rauf und wieder runter fahren ;-)! Kaffepause machst du oben mit Aussicht im Kjerag-Café → Maps
- ? Wanderung zum Kjerag: der Felsblock Kjeragbolten ist ziemlich spektakulär 1000 m über dem Lysefjord in einer Felsspalte eingeklemmt. Norwegentypisch ist nichts abgesperrt und die ganz „Verrückten“ stellen sich für ein Foto drauf oder machen Basejumping. Guck dir einfach mal die Bilder im Netz an. → Maps
- Tipps an der Strecke: Wanderung Lårdalstigen und Stabkirche Eidsborg - eine der besterhaltenen Norwegens. → Maps
- Vrangfoss Schleuse im Telemarkkanal: eine bis heute handbetriebene alte Schleusenanlage - mit etwas Glück kommt gerade ein Schiff, die Schleusung ist echt beeindruckend. → Maps
- Geheimtipp für Bierfreunde: Brauerei Lindheim Ølkompani in Gvarv; ab Ulefoss fährst du ca. 15 km die 36 hoch. → Maps
- Ab Sandefjord bringt dich die Fähre Sandefjord-Strömstad dann zurück zum Ausgangspunkt auf der schwedischen Seite. Eine überraschend günstige 2,5 h Mini-Kreuzfahrt durch den Oslofjord und ein letztes Highlight zum Abschied der Norwegenreise.
Hä? Wie jetzt, eine Norwegenreise ohne das Nordkap?
Einmal im Leben mit dem Motorrad zum Nordkap fahren - viele Biker träumen davon. Doch nur wenige haben oder nehmen sich auch die tatsächlich erforderliche Zeit dafür. Klar kann man es irgendwie erzwingen. Einmal „oben anschlagen“ und zurück kriegt man ab Deutschland notfalls auch in einer Woche hin. Aber was hast du dann davon? Man donnert die schnellste (= unattraktivste) Strecke hoch, sitzt dennoch den ganzen Tag nur auf dem Bock und hat außer der Europastraße und ein paar Hütten auf den Campingplätzen wirklich gar nichts vom wunderbaren Norwegen gesehen. Und das nur, um mit Busladungen anderer Touris an einem Punkt zu stehen, der nicht mal wirklich der nördlichste Europas ist? (Nee, isser echt nicht ;).) Ganz ehrlich: tu dir das besser nicht an. Für ein Häkchen mehr auf der „Löffelliste“ verpasst du alle wirklich schönen Ecken in Norwegen. Schreib lieber deine Löffelliste um!
Natürlich ist eine Reise zum Nordkap ein schönes Ziel. Ich möchte aber anregen, nicht direkt „reflexartig“ den hohen Norden anzupeilen, wenn man eine Norwegenreise plant. Erst recht nicht dann, wenn die Zeit dafür zu knapp ist. Hast du nur 2 Wochen, dann bleib zunächst im Süden. Und selbst bei 4 Wochen würde ich nach vielen Jahren Urlaub in Norwegen nicht empfehlen, bis ganz zum Nordkap zu fahren. Wenn man nur den Zeitumfang eines Normalurlaubers hat, würde ich eher dazu raten, mehrfach nach Norwegen zu fahren und sich die Regionen dann einzeln vorzunehmen. Also etwa Süden, Mitte, Norden und dann mit dem Süden beginnen. Wenn du auf deiner zweiten Reise - also der „Mitteltour“ - dann auf der in den letzten Jahren mehr und mehr ausgebauten und vergleichsweeise langweiligen E-Straße durch den Süden durchrauschen musst, dann ist das nicht mehr so schlimm. Mit diesem Plan kannst du dir dann die ganzen traumhaften Nebenstraßen in die Tour einbauen, die das Reisen in Norwegen so besonders machen. Lass dir etwas Zeit, um die grandiosen Landschaften auch genießen zu können. Du wirst die Entscheidung nicht bereuen.
Wenn du Südnorwegen schon kennst, dann interessiert dich vielleicht unser Anschluss-Tipp für die nächste Norwegenreise: → Norwegen-Tour 2: die Küstenroute bis zu den Lofoten
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